01. Juli 2026 · ca. 5 Minuten Lesezeit
"Unsere Produktdaten sind nicht perfekt, aber es funktioniert ja irgendwie." Diesen Satz hören wir oft, kurz bevor wir gemeinsam durchrechnen, was "irgendwie funktionieren" tatsächlich kostet. Die Zahlen überraschen die meisten Händler.
Ein schlecht gepflegter Katalog verursacht selten einen einzelnen großen Schaden. Stattdessen entstehen viele kleine, kaum sichtbare Verluste, die sich über das Jahr aufsummieren.
Fehlende oder dünne Produktbeschreibungen ranken in der Google-Suche und in der internen Shopsuche schlechter. Nehmen wir an, ein Händler mit 1.000 Artikeln und durchschnittlich 40 monatlichen Besuchen pro Artikelseite verliert durch schwache Texte im Schnitt 15 Prozent der organischen Sichtbarkeit. Bei einer Conversion-Rate von 2 Prozent und einem durchschnittlichen Bestellwert von 45 Euro sind das schnell mehrere Tausend Euro entgangener Umsatz pro Monat, allein durch Text- und Attributqualität.
Fehlen Maßangaben, Materialhinweise oder Kompatibilitätsdaten, bestellen Kunden auf Verdacht und schicken häufiger zurück. Jede zusätzliche Retoure kostet nicht nur den Versand, sondern auch Bearbeitungszeit, Lagerfläche und oft eine Preisminderung beim Wiedereinstellen der Ware.
In vielen Teams beantwortet der Kundenservice dieselben Fragen zu Größe, Material oder Verwendungszweck immer wieder händisch, weil die Information auf der Produktseite fehlt. Diese Zeit ließe sich einmalig in bessere Produktdaten investieren, statt sie fortlaufend in Support-Anfragen zu binden.
Für einen mittelgroßen Katalog mit rund 1.000 Artikeln ergibt sich häufig folgendes Bild, wenn man die drei genannten Faktoren zusammenzählt: entgangener Umsatz durch schwache Rankings, zusätzliche Retourenkosten und gebundene Arbeitszeit im Support. In der Praxis liegen die so entstehenden Kosten oft deutlich höher, als eine einmalige, gründliche Optimierung des Katalogs kosten würde.
Das Problem an schlecht gepflegten Produktdaten ist nicht, dass sie offensichtlich kaputt wirken. Sie funktionieren tatsächlich irgendwie, nur eben spürbar schlechter, als sie könnten. Genau deshalb bleibt das Thema häufig liegen, es gibt keinen akuten Anlass, aktiv zu werden. Bis man es einmal konkret durchrechnet.